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Private, Versicherte

Die Planung des dritten Lebensabschnitts beginnt mit dem Eintritt ins Erwerbsleben. Markante Wendepunkte bezüglich der Altersrente sind beispielsweise die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder der Kauf von Wohneigentum.

Wollen Sie sich vorzeitig pensionieren lassen? Wie viel Rente, wie viel Kapital möchten Sie beziehen? In jedem Fall ist es für die Weiterführung des gewohnten Lebensstandards entscheidend, frühzeitig zu rechnen, um unliebsame Überraschungen im Alter zu vermeiden, denn die Altersvorsorge in der Schweiz überlässt dem einzelnen viel Gestaltungsspielraum, den es aktiv zu nutzen gilt.

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur beruflichen Vorsorge.

Absicherung bei Tod und Invalidität

Sichert mich die Pensionskasse auch hinsichtlich der Risiken von Tod und Invalidität ab?

Grundsätzlich gewährleistet die Pensionskasse nicht nur Einkünfte im Alter, sondern enthält auch eine Risikoversicherung für den Todes- oder Invaliditätsfall. Die Leistungen erbringt sie gegebenenfalls gemeinsam mit anderen Sozialversicherungen wie der IV, der Unfall- oder der Militärversicherung. Höhe und Umfang der Leistungen hängen von der Ursache (Unfall oder Krankheit) ab und können je nach Pensionskassenregelung Ihres Arbeitgebers stark variieren. Abhängig ihrer Lebenssituation kann eine ergänzende private Versicherung empfehlenswert sein. Ein persönlicher Vorsorgecheck zeigt allfällige Lücken auf.

Wohneigentumsförderung (WEF)

Kann ich mit meinem Pensionskassenkapital ein Wohnobjekt erwerben?

Im Rahmen des Wohneigentumsförderungsgesetzes (WEF) wurde eine Möglichkeit geschaffen, die für den Erwerb von Wohneigentum erforderlichen Mittel aufzubessern. Es ist in einem gewissen Rahmen möglich, Alterssparkapital zum Kauf eines Eigenheims oder zur Amortisation von Hypotheken zu verwenden. Ein Stolperstein ist für viele die Emotionalität des Hauskaufs, die oft dazu verleitet, die Kosten zu unterschätzen. Reicht das verbleibende Alterskapital für eine hinreichende Rente aus, die es erlaubt, auch höhere Hypothekarzinsen zu tragen? Die gegenwärtige Tiefzinsphase wird nicht ewig dauern. Die Antwort auf die Frage lautet daher: Ja, es ist möglich, mit Pensionskassenkapital einen Beitrag zum Erwerb eines Eigenheims zu leisten, aber nicht immer sinnvoll. Es empfiehlt sich, eine ergänzende Risikoversicherung zu prüfen und deren Kosten in der Budgetierung des Hauskaufs zu berücksichtigen.

Bestehen gesetzliche Einschränkungen beim WEF-Bezug?

Der Mindestbezug beträgt 20‘000 Franken. Nach einem Bezug kann innerhalb einer Frist von fünf Jahren kein Betrag mehr aus dem Pensionskassenkapital bezogen werden. Bis zum Alter 50 kann grundsätzlich das ganze Alterssparkapital ausbezahlt werden, anschliessend bestehen Einschränkungen. Wichtig ist, vor einem Bezug berechnen zu lassen, wie stark dieser sowohl die Alters- als auch die Invaliditäts- und Todesfallleistung schmälert.

Kann ich einen früheren WEF-Bezug zurück bezahlen?

Die Rückzahlung von WEF-Bezügen ist bis 3 Jahre vor Pensionierung jederzeit möglich. Die seinerzeit bezahlten Steuern können zurückgefordert werden. Steuerbegünstigte Einkäufe zur Verbesserung der Altersleistung sind erst wieder möglich, wenn der gesamte WEF-Bezug zurückbezahlt ist.

Bis wann sind Einkäufe in die Pensionskasse möglich?

Erfolgt der spätere Bezug in Rentenform, ist ein Einkauf bis unmittelbar vor der Pensionierung möglich. Für einen Bezug in Kapitalform müssen Sie sich bis spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen.

Freizügigkeitsleistung bei definitiver Ausreise

Kann ich meine Freizügigkeitsleistung bei definitiver Ausreise aus der Schweiz vorzeitig beziehen?

Ja, aber nur bei der Auswanderung in ein Land, das nicht der EU angehört. Liegt das Auswanderungsland innerhalb der EU, kann lediglich der überobligatorische Betrag bezogen werden. Der obligatorische Teil muss in diesem Fall auf ein Freizügigkeitskonto in der Schweiz überwiesen werden. Auf dem ausbezahlten Betrag wird in beiden Fällen eine Quellensteuer erhoben.

Obligatorium und Überobligatorium

Wie unterscheidet sich das Obligatorium vom Überobligatorium in der Pensionskasse?

Das Obligatorium betrifft alle AHV-Jahreslöhne zwischen 21‘060 und 84‘240 Franken, die in der Schweiz ausbezahlt werden. Löhne über der oberen Schwelle des Obligatoriums sowie – je nach Kasse – auch Löhne unter der Eintrittsschwelle werden vom Überobligatorium abgedeckt. Während das Obligatorium beispielsweise bezüglich Verzinsung und Umwandlungssatz stark reguliert ist, befindet sich das Überobligatorium im marktwirtschaftlichen Wettbewerb.

Begünstigung des Lebenspartners

Kann ich meinen Lebenspartner in der Pensionskasse begünstigen?

Die meisten Vorsorgeeinrichtungen sehen heute vor, dass der Lebenspartner unter bestimmten Voraussetzungen einem Ehepartner gleichgestellt werden kann. Fragen Sie bei Ihrer Pensionskasse nach! Der Abschluss eines Konkubinatvertrags oder einer gegenseitigen Unterstützungsvereinbarung empfiehlt sich in jedem Fall.

Rente- und Kapitalbezug

Kann ich bei der Pensionierung das gesamte Altersguthaben in Kapitalform beziehen?

Von Gesetzes wegen kann ein Viertel in Kapitalform bezogen werden. Viele Pensionskassen sehen heute jedoch vor, Mischformen von Rente und Kapital bis hin zum Bezug des ganzen Kapitals zuzulassen. Fragen Sie bei Ihrer Vorsorgeeinrichtung nach!

Welche Vorteile hat der Kapital- gegenüber dem Rentenbezug?

Der Kapitalbezug ist einmalig zu einem reduzierten Satz als Einkommen zu versteuern. Die progressiven Steuersätze unterscheiden sich von Kanton zu Kanton erheblich. Vorsicht ist geboten beim Bezug von Geldern aus der Säule 3a, die gleich wie die Kapitalbezüge aus der Pensionskasse versteuert werden müssen. Es lohnt sich, die Bezüge zu staffeln, um der Steuerprogression die Spitze zu brechen. Die Rente dagegen wird als Einkommen zu den ungekürzten Steuersätzen versteuert. Nach dem Tod erhalten die Erben das übrig gebliebene Kapital ungeschmälert. Die Rente dagegen wird dem überlebenden Ehepartner zu 60 Prozent weiterhin ausgerichtet, für die Nachkommen entfällt sie vollständig.

Welche Nachteile hat der Kapital- gegenüber dem Rentenbezug?

Dem steuer- und erbrechtlichen Vorteil des Kapitalbezugs steht der Nachteil gegenüber, dass die Rente bis zum Lebensende ausbezahlt wird, während das Vermögen nach und nach verzehrt wird. Trifft man falsche Anlageentscheide oder braucht man das Kapital zu rasch auf, bleibt in der Regel nur noch die AHV.

Soll ich mich für Rente oder Kapital entscheiden?

Es empfiehlt sich, genügend Geld in Rentenform zu beziehen, dass zusammen mit der AHV und allfälligen weiteren langfristigen Einkünften die laufenden Lebenshaltungskosten gedeckt werden können. Ein allfälliger Überschuss aus dieser Rechnung kann als Kapital bezogen werden.

Sicherheit

Wie sicher ist meine Pensionskasse?

Aktuell verfügt der grösste Teil der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen über einen Deckungsgrad von über 100 Prozent. Eine temporäre Unterdeckung hat in der Regel keinen Einfluss auf Ihre Leistungen. Kürzungen laufender Renten sind gesetzlich auch bei Unterdeckung einer Kasse nicht vorgesehen, vielmehr ist in solchen Fällen eine Sanierung angezeigt. Das schweizerische Drei-Säulen-Prinzip in der Altersvorsorge gilt weltweit als sehr sicher.

Umwandlungssatz

Weshalb werden nicht alle Leistungen der Pensionskassen mit dem in der Volksabstimmung gutgeheissenen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent berechnet?

Der gesetzliche Umwandlungssatz von 6.8 Prozent bezieht sich auf den obligatorischen Teil (siehe Obligatorium und Überobligatorium). Kassen, die Leistungen über das Obligatorium hinaus erbringen, dürfen einen tieferen Umwandlungssatz oder einen Mischsatz verwenden.

Bleibt der Umwandlungssatz von 6.8 Prozent bis zu meiner Pensionierung bestehen?

Je jünger Sie sind, desto eher ist diese Frage mit nein zu beantworten. Der heutige Umwandlungssatz geht von einer zu tiefen Lebenserwartung aus. Die Kosten dafür bezahlt die derzeit berufstätige Generation, deren Pensionskassenkapital durch den zu hohen Umwandlungssatz zu Gunsten der Rentnerinnen und Rentner geschmälert wird.

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