Immobilienbewirtschafter/-in – Ein Traumjob?

Im Alter zwischen 20 und 25 Jahren stellen viele junge Menschen die Weichen für ihre berufliche Zukunft und Laufbahn. Der Job als Immobilienbewirtschafterin oder als Immobilienbewirtschafter steht dabei sehr oft auf der Wunsch(traum)liste. Doch stimmen die verbreiteten Vorstellungen dieses Berufs mit dem wirklichen Alltag überein?

Wer nicht bereits bei der Berufswahl nach den obligatorischen Schuljahren eine Lehre in einem Immobilienunternehmen absolviert, hat es später schwer, in diese Branche rein zu kommen. Oft kommt der Wunsch, in der Immobilienbranche tätig zu sein, erst nach Beendigung der Erstausbildung. Die Ernüchterung lässt dann nicht lange auf sich warten. Gesucht sind junge Menschen mit Erfahrung im Immobilienbereich. Für Ausbildung von Quereinsteiger ist oft wenig Platz.
Wie kann ich mich in dieser Situation gut positionieren und was erwartet mich dann tatsächlich? Stimmen meine Vorstellungen mit der Realität überein?

Einstieg in die Immobilienbewirtschaftung – wie bereite ich mich vor?

Wenn wir für unser Team rekrutieren, erleben wir seit Jahren immer wieder dieselbe Situation. Eine Vielzahl von Bewerberinnen und Bewerber erhoffen sich den Einstieg in unsere Branche und haben in der Vergangenheit bereits viele Absagen und diesbezügliche Enttäuschungen hinnehmen müssen. Es fehlt die Erfahrung und die Praxis.
Vorausgesetzt ein Unternehmen ist bereit, einer Quereinsteigerin oder einem Quereinsteiger die Chance zu geben, ist die Vorbereitung der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend.

Tipps für den Start als Immobilienbewirtschafter/in:
1) Eine kaufmännische Grundausbildung/Lehre ist (fast immer) Voraussetzung
2) Setzen sie sich im Vorfeld mit den Tätigkeiten dieses Berufs auseinander
3) Absolvieren sie vorab einen Grundkurs / Assistenzkurs (zB beim SVIT)
4) Buchhalterische Grundkenntnisse sind sehr wichtig. Andernfalls besuchen sie einen Kurs
5) Sie müssen den Kontakt mit Menschen lieben und können sich auch bereits in jungen Jahren in schwierigeren Situationen behaupten
6) Sind sie offen für eine Praktikumsstelle, dies kann bei der künftigen Stellensuche sehr hilfreich sein


Die klassischen Vorstellungen dieses Berufs – werden diese Erwartungen erfüllt?

Wohnungen und Häuser potenziellen Kauf- oder Mietinteressenten zeigen. Dabei das Staunen der Kunden entgegennehmen und gemeinsam auf den glücklichen Vertragsabschluss anstossen. Das gibt es im Alltag einer Immobilienbewirtschafterin, eines Immobilienbewirtschafters bestimmt auch. Doch so unbeschwert wie es uns durch gewisse TV-Sendungen vermittelt wird, ist es leider nicht oft.

Zum Beruf der Immobilienbewirtschafterin, des Immobilienbewirtschafters gehört viel mehr. Um ein Objekt gut betreuen zu können, muss man dieses kennen. Dazu gehört die Geschichte der Immobilie, Kenntnisse über die technischen Anlagen, Informationen zur Mikro- und Makrolage, usw. Kurzum: Kenne Deine Liegenschaft!

Eine wichtige Basis dafür sind Zahlen, insbesondere die Buchhaltung. Aus diesen Zahlen können viele Informationen gewonnen werden, die vor Ort von Nutzen sind. Ich vertrete die Meinung, dass ohne die dazugehörenden Buchhaltungsinformationen eine Liegenschaft nur bedingt optimal bewirtschaftet werden kann.

Das Interesse an technischen Anlagen und Installationen muss vorhanden sein. Viele Arbeiten rund um ein Gebäude betreffen den Unterhalt und die Reparaturen. Dabei braucht es bauliche Kenntnisse, welche selbstverständlich im Laufe der Jahre auch immer grösser werden.

Der Kontakt mit Menschen ist unumgänglich und zentral, um den Spassfaktor an der Arbeit hoch zu halten. Das Spektrum reicht von sehr dankbaren Kunden über sachliche Verhandlungen bis hin zu rechtlichen Auseinandersetzungen vor Schlichtungsbehörden. Erfolgreiche Immobilienbewirtschafterinnen und -bewirtschafter sind ruhige und standfeste Persönlichkeiten.


Die Anforderungen seitens Immobilienunternehmen sind unterschiedlich

Die Organisationen der Immobilienunternehmungen sind unterschiedlich. Meine Beobachtungen zeigen, dass je grösser das Unternehmen, desto fachspezifischer die Organisation. In solchen Strukturen widmen sich einzelne Abteilungen einem bestimmten Teilgebiet wie Bewirtschaftung von Mietliegenschaften, Bewirtschaftung von reinem Stockwerkeigentum, Buchhaltung, Bau- und Renovation, Erstvermietung, usw. Diese Organisationsform bringt den Vorteil, dass sie in ihrem Fachgebiet sehr fundierte Kenntnisse erlangen und sich zu einem echten Spezialisten in diesem Themengebiet entwickeln können.

In kleineren und mittleren Betrieben sind solch tiefe Spezialisierungen kaum möglich. Hier drängt sich mehr eine liegenschafts- oder kundenorientierte Organisation auf, wobei jede Bewirtschafterin oder Bewirtschafter umfassend für eine Liegenschaft verantwortlich ist.
Persönlich bin ich ein Befürworter dieser Organisationsform. Die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist deutlich höher und nicht jede Person, ist dafür geeignet. Im Gegenzug ist der Arbeitsalltag viel abwechslungsreicher und vielseitiger. Der Blick fürs Ganze wird gefördert.


Bin ich für die Immobilienbewirtschaftung geeignet- Fazit?

Schlussendlich bleibt das ein persönlicher Entscheid. Der Beruf der Immobilienbewirtschafterin oder des Immobilienbewirtschafters ist sehr abwechslungsreich, stellt aber hohe Anforderungen an das Fachwissen und an die eigene Persönlichkeit.
Letztendlich bringen einem auch hier Geduld, Ehrgeiz und Disziplin weiter im Berufsleben. Erfahrung ist der Schlüssel – und das erfordert Zeit.


Dürfen wir auch Ihr Partner sein?

Mit unserem durchmischten Team von erfahrenen Bewirtschafterinnen und jungen Talenten, allesamt ehemalige Quereinsteigerinnen und Quereinstiger, begleiten wir Sie von der PRIKA AG gerne als Partner und übernehmen für Sie die komplette Bewirtschaftung Ihres Renditeobjektes oder Ihrer Stockwerkeigentümergemeinschaft. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

image description

Dominique Bitzer
Immobilienbewirtschafter eidg. FA